Ariadne auf Naxos

ORT

Weimar

SEGMENT

Musiktheater/Oper

SOFTWARE

StageDesigner-FX

KUND*IN

Deutsches Nationaltheater

USE CASE

Live-Performance

HARDWARE

3x FXServer

AUFGABE

An jedem der drei verschiedenen Spielorte innerhalb des Theaters sollte das Publikum an den jeweils anderen zwei Performances teilhaben können. Video sollte das ermöglichen und in diesem Zuge mehrere narrative Ebenen entstehen lassen. Das Theater sollte auf diese Weise zum immersiven Erlebnis einer Zeitreise werden.

Martin G. Berger inszenierte 2020 „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss und Hugo von Hoffmannsthal (Libretto) am Deutschen Nationaltheater Weimar. Die Oper wurde zur Siegerin des Deutschen Theaterpreises DER FAUST unter Hervorhebung der Video-Performance in der Laudatio.

Der Inhalt des Werkes verlangte ein gleichzeitiges Spielen verschiedener Darstellungen. Dramaturgisch übersetzt wurde es durch parallele Performances an drei verschiedenen Orten innerhalb des Theaters. Das Publikum konnte nur an einem dieser Orte zuschauen, sollte aber dennoch an den jeweils anderen Darstellungen teilhaben können. Das bedeutete zum einen, jeder Spielort musste live aufgenommen werden und zum anderen, die Aufnahmen mussten live an den jeweils anderen beiden Orten ausgespielt werden.

Durch das Eintauchen des Publikums in mehrere Spielorte und parallele Handlungen sollte eine Immersion in das Stück entstehen und das Erlebnis einer Zeitreise erreicht werden.

Technisch entstand eine komplexe Herausforderung für das Video-Team des Theaters, die sich in 2006 für MXWendler entschieden hatten. Die Spielorte mussten live aufgenommen werden, an die anderen Spielorte gesendet und dort, neben weiteren Medien, über Projektionen gemappt und live ausgespielt werden.

LÖSUNG

Drei MXWendler FXServer wurden an den Spielorten installiert und über NDI (Network Device Interface) verbunden. Das bedeutete, dass mittels Streaming die Live-Videos über das Netzwerk an die anderen Orte gesendet, dort gemappt und ausgespielt wurden.

Es entstanden drei Shows in einer und somit drei technische Lösungen an drei verschiedenen Spielorten.

Für den ersten Teil wurde an einem Spielort ein Video projiziert und mit dem StageDesigner auf eine segmentierte Wand gemappt.

Im zweiten Teil wurde an allen drei Spielorten jeweils ein FXServer installiert. Jeder Medienserver fungierte als NDI-Server für eine Live-Kamera und spielte außerdem die Live-Aufnahmen der Kameras über unterschiedliche Medien aus.

Der dritte Teil fand ausschließlich auf der Bühne statt und stellte eine Live-Netflix-Produktion dar. Hierfür kamen 3 Live-Kameras mit Funkstrecke zum Einsatz. Dabei wurden 150 Cuts in 20 min gesendet, welche auf Musik gescripted wurden.

Zudem erhielten die Kamerapersonen vom FXServer über ein In-ear-Monitoring akustische Anweisungen zur nächsten Aktion und Position.

Video und das Streaming über NDI ermöglichte bei diesem Werk die Erzählung und Visualisierung mehrerer narrativer Ebenen. Hierdurch und durch die einnehmende Wirkung von Video(-Projektionen) entstand ein immersives Erlebnis im Theater, was das Publikum in eine Reise in das Entstehungsjahr von 1916 versetzen ließ. Die Produktion ist Gewinner des Deutschen Theaterpreises DER FAUST 2020 in der Kategorie „Regie Musiktheater“. In der Laudatio wurde insbesondere die gelungene Umsetzung von Video innerhalb der Produktion erwähnt.

Anwendungen

FXServer
Multi-Monitor-Konfiguration
EDID Management
NDI

StageDesigner-FX
Playlist
Keystone

Credits

Dominik Beykirch (Musikalische Leitung)
Martin G. Berger (Regie)
Sarah-Katharina Karl (Bühne)
Alexander Djurkov Hotter (Kostüme)
Roman Rehor (Live-Video)
Andreas Günther (who-be) (Videotechnik)
Lisa Mayer (Dramaturgie)

Candy Welz (Fotografie)